Geschichte

Von der Gründung bis heute

Geschichte der Feuerwehr Fredelsloh

Der Verfasser dieses Berichts greift im wesentlichen auf die Angaben der Festzeitschrift von 1967 zurück, da bei dem Bombenangriff am 28. März 1945 sämtliche Unterlagen der Freiwilligen Feuerwehr im Haus des damaligen Gemeindebrandmeisters Willi Müller vernichtet wurden. Auch lebt heute keiner der Männer der ersten Jahre mehr, um Auskunft über das Geschehen von damals geben können.

So ist in einem alten Protokoll der Gemeinde Fredelsloh unter dem 7. Oktober 1894 zu lesen: „Es wird beschlossen, hundert Meter Spritzenschlauch anzuschaffen.“ Eine Handruckspritze stand auf dem Klosterhof bereits zur Verfügung. Am 21. Januar 1906 wurde für die Pflichtfeuerwehr in Stärke von 50 Mann eine Unfallversicherung abgeschlossen.

Am 7. Juli 1907 wurde in der heutigen Gastwirtschaft Traupe die Freiwillige Feuerwehr Fredelsloh gegründet und ihr das Löschgerät der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Damals waren durchaus nicht alle für diese Gründung, sogar der Führer der Pflichtfeuerwehr Heinrich Herwig hatte Bedenken.

Gründer der Feuerwehr Fredelsloh (1932)

Führer der jungen Wehr wurde Maurer Karl Schormann, Deichstraße 49, sein Stellvertreter Zimmermann Karl Feise, Kassenwart Landwirt Heinrich Sieghan. Obersteiger und Führer des Steigerzuges wurde Karl Sievert. Die Stärke der Wehr betrug 42 Mitglieder.

Aus dem Protokollbuch der Gemeinde ist noch zu entnehmen: Am 2. Februar 1908 erhält die Freiwillige Feuerwehr erstmals von der Gemeinde 50 Mark, ab 1919 erhielt sie jährlich 100 Mark. Am 26. März 1922 beschloss der Gemeinderat den Bau des Schlauchturms.

Altes Gerätehaus von 1922

Altes Gerätehaus von 1922

Für den 1913 tödlich verunglückten Karl Feise wurde Albert Hartmann stellvertretender Wehrführer, Wilhelm Hagedorn wurde Führer der Wehr.
Nach dem Ersten Weltkrieg waren folgende Einwohner als Gemeindebrandmeister tätig: Heinrich Küster, Wilhelm von Ohlen, Willi Müller, Heinrich Henze, Heinrich Rathing, Karl Sommer bis 1963, Rudolf König bis 1978, Heinrich Hartmann bis 1990, Karl-Heinz Müller bis 1995, und bis heute Hans-Jürgen Pfüller.

Noch manches Interessantes wäre zu berichten. So steht im Gemeindeprotokoll vom 16. August 1934:“Männer im Alter zwischen 18 und 40 Jahre werden in der Pflichtfeuerwehr geführt, wenn sie nicht Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr sind.“ Am 5. Januar 1938 tritt Fredelsloh dem Feuerlöschverband Moringen bei, der bis zur Neugliederung der Gemeinde 1973 wirkte.

Einer der ersten Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Fredelsloh bei der Bergung eines Fesselballons am 26. April 1908

Einer der ersten Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Fredelsloh bei der Bergung eines Fesselballons am 26. April 1908

Die Freiwillige Feuerwehr Fredelsloh wurde in den ersten sechs Jahrzehnten ihres Bestehens zu 27 Brandeinsätzen gerufen, darunter auch nach Espol, zum Tönnieshof und zum Glockenborn. Es waren große und kleine Brände.

Der schwerste Einsatz musste am 28. März 1945 nach einem Bombenangriff unter der Leitung von Gemeindebrandmeister Willi Müller geleistet werden. Damals gab es binnen weniger Minuten in Fredelsloh 14 Tote. 20 Gebäude wurden total, weitere 27 zum Teil schwer zerstört, darunter die Schule und die alte Klosterkirche. Auf der Fahrt zur Hilfeleistung in Fredelsloh wurden acht Northeimer Feuerwehrmänner an der Straße zwischen Moringen und Lutterbeck durch Tieffliegerbeschuss getötet.

Denkmal

Gedenkstein für die 1945 getöteten Kameraden aus Northeim

Im Jahre 1924 wurde eine eigene Feuerwehrkapelle gegründet. Die zunächst 13 Musiker konnten durch Spenden der Mitglieder und der Einwohner ihre Instrumente erhalten. Die Kapelle leitet damals Sizzo Sperschneider. Aus dieser Feuerwehrkapelle ist heute ein sehr erfolgreicher Feuerwehr-Musikzug geworden, der immer wieder gerne zu Festen und anderen Auftritten eingeladen wird.

In der Festschrift von 1967 wurde die Hoffnung ausgedrückt, dass einmal ein neues Gerätehaus in Fredelsloh gebaut wird. Diese ist zwar nicht erfolgt, doch schaffte die damals noch selbstständige Gemeinde Fredelsloh 1973 durch den Kauf der ehemaligen Molkerei die Voraussetzung für die Schaffung einer Unterkunft für die gesamte Wehr. (der Musikzug war bis dato im ehemaligen Herrenhaus des Klosters untergebracht.) Der Umbau dauerte sechs Jahre. Er erfolgte hauptsächlich durch Eigenleistung der Kameraden. Erstellt wurden vorerst zwei Garagen für Löschfahrzeuge.

1978 und 1979 wurde in einem weiteren Bauabschnitt eine Garage für einen Mannschaftstransportwagen, sowie ein 60m2 großer Schulungsraum mit Küche und Toilette bebaut. Die feierliche Einweihung des gesamten Hauses fand am 22. September 1979 statt. Dieses bedeutet aber noch nicht das Ende der Umbauarbeiten. 1981 baute der Feuerwehrmusikzug die oberen Räume des Feuerwehrhauses um. Es wurde ein Übungsraum mit Nebenraum, Küche und Toilette geschaffen. Nachdem der Musikzug diese Räume bezogen hat, befindet sich die gesamte Wehr unter einem Dach.Entsprechend der Bedeutung und größe der Ortswehr erfolgte die Ausrüstung durch die Stadt Moringen. Im März 1980 erhielt die Wehr ein Zwar bebrauchtes, aber voll funktionsfähiges Tanklöschfahrzeug 16/25. Im Oktober 1980 erwarb die Feuerwehr aus eigenen Mitteln einen VW-Bus. Dieser wurde mit Hilfe der Stadt zum Mannschaftstransportwagen umgerüstet.

Die Einsatzfahrzeuge 1982

Die Einsatzfahrzeuge 1982

1983 wurden die Fahrzeughallen erweitert und die Feuerwehr erhielt ein Löschgruppenfahrzeug 8 von der Ortsfeuerwehr Moringen. Das alte TSF wurde an die Ortsfeuerwehr Oldenrode abgegeben wo es noch viele Jahre seinen Dienst versah. 1994 wurde durch die Stadt ein neues Tanklöschfahrzeug 16/25 beschafft, der alte Magirus wird heute von der Firma Nüske genutzt. Im Jahr 2002 begann die Feuerwehr mit Hilfe des Bauhofs einen Anbau zu errichten. Hier findet eine Damentoilette und eine Erweiterung der Küche Platz. Im Jahr 2003, Anfang 2004 wurde das in die Jahre gekommene Löschgruppenfahrzeug durch ein neues ersetzt.

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Unsere Einsatzfahrzeuge 2016

 

 

 

Gemeinde- und OrtsbrandmeisterFreiwillige Feuerwehr Fredelsloh



OBM Wilhelm von Ohlen
1923 – 1935



OBM Karl Sommer
1954-1963



OBM Karl-Heinz Müller
1990-1995



OBM Willi Müller
1937 – ?



OBM Rudolf König
1963-1978



OBM Hans-Jürgen Pfüller
1995-2017



OBM Heinrich Rathing
1949-1954



OBM Heinrich Hartmann
1978-1990



OBM Stephan Bode
2017 – heute